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Betritt man die alte Reichwaldsche Wassermühle, so fühlt man sich in eine vergangene Welt versetzt. Der halbdunkle Mühlenraum wirkt im ersten Moment etwas unheimlich aber angenehme Kühle in heisser Sommerzeit und das Rauschen der Beeke haben eine beruhigende Wirkung.
Erst wenn das Licht angeht, der Blick auf die alte Technik frei ist und das Knarren und Rumpeln der Räder zugeordnet werden kann, löst sich die Spannung.
Es hat in den vergangenen einhundertfünfzig Jahren kaum technische Veränderungen im Inneren der Wassermühle gegeben.
Grosse gusseiserne Stirn-, Kegel- und hölzerne Antriebsräder dominieren im Radkeller und werden von einem oberschlächtigen Wasserrad angetrieben, das 1996, wie auch die Eichenholzantriebswelle, neu gebaut wurden.
Trotz einfacher Gleitlagerung aus Stein, Messing und Holz drehen sich Wellen und Kammräder problemlos.
Stark dimensionierte Eichenhölzer tragen den Steinboden auf dem drei Mahl-/Schrotgänge aus Sand-/ Quarzitmühlsteinen unter hölzernen Bütten angeordnet sind. 1890 erfolgte hier auch der Einbau eines Wetzig-Walzenstuhles. Ein Schrotgang wurde 1997 wieder in Funktion gesetzt, gemäß dem frühen Technikstand mit hölzernem Halslager.
Im Dachgeschoss sind der Sackaufzug, die Transmissionswellen, ein Sechskantsichter und der Mehlbunker angeordnet.
Im Spitzboden befinden sich Versichter und Reinigung; Elevatoren verbinden die einzelnen Ebenen.
 Bei der technischen Ausstattung, die überwiegend mehr als einhundert Jahre alt ist, fehlen Einrichtungen, die eine Arbeitserleichterung für den Müller bedeutet hätten, zum Beispiel so etwas wie ein Fahrstuhl.
Jedes Jahr zu Pfingsten richtet der Verein anlässlich des Deutschen Mühlentages ein Mühlenfest aus, das zahlreiche Besucher aus nah und fern anzieht.
Die Reichwaldsche Mühle ist zu Pfingsten und am Deutschen Denkmaltag (jeder 2. Sonntag im September) zu besichtigen sowie nach telefonischer Anmeldung.
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